Kolping: Bobbycars und Seifenkisten auf der Piste

Großes Seifenkisten- und Bobbycarrennen der Heiligkreuzer Kolping-Jugend

DSC_6055Die Grubergasse in Heiligkreuz verwandelten die Jungkolpinger am Sonntag, 27. Juli 2014,  kurzerhand in eine Formel 1 – Strecke. Doch anders als auf dem Hungaro-Ring in Ungarn kam es hier nicht zu einem Chaos-Rennen im Regen und auch das Safetycar konnte in der Garage bleiben. Jedoch war die Wahl der Bereifung an den Rutschautos bei des wechselhaften Wolken-Sonnenwetters von wesentlicher Bedeutung. Mit den sogenannten Flüsterreifen, der Gummibereifung, hatte man in Heiligkreuz wenig Chancen auf den Sieg. Während in Ungarn die RedBull Piloten die Nasen vorn hatten, waren es in Heiligkreuz die in ferrarirot gehalteten Flitzer, auf denen die Piloten ihr Können bewiesen.

DSC_5769Los ging es auf der Startrampe auf Holz, mit den Regeln: kein Spucken, Schubsen, Drängeln und Haare ziehen. Der Fahrradhelm wurde auf den richtigen Sitz überprüft und es hieß sogleich kräftig Fahrt aufnehmen um im Ko-System die Piste zu bewältigen. Zwar gab es nicht den Motorensound eines Formelwagens zu hören, doch das Geräusch der Bobbycarreifen waren nicht minder lauter.

Für die Altersgruppe sechs bis zehn Jahre war der Parcours für die sieben Bobby-Piloten noch einfach aufgebaut und mit Strohballen gesichert. Hier nutzte Rachel Morrison den Heimvorteil, denn auf der Strecke vor der Haustür ließ sich gut üben. Mit Frauenpower ließ sie die Jungs Fabian Heitzmannsberger und Marco Klasse überlegen hinter sich.

Im Fahrerlager der elf- bis 14jährigen wurden vor dem Start noch einige Testfahrten eingelegt. Doch die Schwierigkeit mit Strohballen als Schikane wurden gegenüber den Jüngeren erhöht, so dass ein leichter Slalomkurs entstand. Die 19 Starter lieferten sich spannende Zweikämpfe, angefeuert von den zahlreichen Fans an der Strecke. Als klarer Favorit ging Anthony Morrison ins Rennen, der seinen Vorjahrestitel zu verteidigen versuchte. Doch zu stark legte sich Felix Ecker ins Zeug. Weil die Abfahrtsrampe im Finalspurt nicht einwandfrei funktionierte, musste das Finalrennen wiederholt werden. Mit eindeutigem Vorsprung konnte sich Felix Ecker gegenüber Maxi Deser und Paul Wurmannstätter durchsetzen.

DSC_5953Die Schwierigkeit für die 15 bis 49jährigen erhöhten die Veranstalter noch einmal. Hier galt es für die 12 Rennpiloten einen Tunnel zu durchfahren, bevor die Ziellinie ins Visier rutschte. Schon beim ersten Duell musste sich Gemeindeassistent Nikolaus Pfeiffer Johannes Hartl geschlagen geben. Ein Boxenstopp konnte die maximale Schiefstellung der Bobbycarräder nicht mehr retten und der Rückstand durch technischen Defekt war somit nicht mehr aufzuholen. Das gleiche Problem hatte Helmut Klinger mit seinem Gefährt. Es bleibt zu vermuten, dass das Gefährt durch die Vorpiloten schon arg in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die bittere Pille des Ausscheidens musste zur Enttäuschung seiner Jugendgruppe auch Veranstaltungsleiter Ernst Hartl schlucken. Mit letzter Kraft schaffte es Simon Finster ins Ziel. Genau an der Ziellinie beendete er mit einem Achsbruch die Fahrt. Das Fahrzeug wurde als Totalschaden entsorgt. Mit dem rosa Bobbycar seiner Tochter unter dem Hintern fuhr sich Stefan Hinterstoißer ins Finale. Zu dritt in der Poleposition kämpften Luca Wohlrab, Andreas Kottinger und Stefan Hinterstoißer um den Sieg. Doch nach der Tunnelschikane war Wohlrab eindeutig an der Spitze und auch die versuchten Überholmanöver der beiden Verfolger hatten keine Wirkung. So konnte der 15jährige sich souverän gegenüber seinen erwachsenen Gegner behaupten und seine Siegesserie vom Vorjahr fortsetzen.

DSC_5902Mit harten Bandagen gingen die vier Ü50 Starter auf die Strecke. Das erste Duell wurde von Robert Wohlrab und Bürgermeister Karl Schleid bestritten. Mit eindeutigem Vorsprung fuhr sich Wohlrab ins Finale. Beim zweiten Rennen wurde das Duell unter Freunden von Ernst Wurmannstätter vor Rupert Deser gewonnen. Angesichts des Alters der Teilnehmer dauerte der Anstieg zum finalen Start etwas länger, konnte dann aber noch in der vorgegebenen Zeit begonnen werden. Im kleinen Finale musste sich trotz windschnittiger Haltung Schleid gegenüber Deser geschlagen geben und sein Fahrzeug sofort in die Werkstatt wegen Reifenschaden überführen. Hier empfahl die Jugend dringend einige Testfahrten, wobei sie sich gerne als Trainer zur Verfügung stellten. Ein Kopf an Kopf Rennen lieferten sich Robert Wohlrab und Ernst Wurmannstätter. Gleich auf lagen die beiden vor der Tunnelschikane, die im Schulterschluss durchquert wurde. Erst wenige Zentimeter vor der Ziellinie konnte Wurmannstätter den Schwung noch richtig nutzen und als Erster über die Ziellinie rollen.

DSC_5924Zum Schluss stand noch die Entscheidung im Seifenkistenrennen an. Drei der Selbstbaukisten gingen mit verschiedenen Startern ins Rennen. Hier wurde nicht im Ko-System gestartet, sondern einzig die Zeit zählte. Nach mehreren Fahrten konnte Johannes Schwankner (17, 97 sec) vor Samuel Wurmannstätter (17,88) und Maxi Deser (17,74) den ersten Platz belegen. Ganz wie die Formel 1 Piloten durfte die Sektdusche nicht fehlen, die dem Jugendschutz gemäß mit Spezi und Wasser nicht weniger naß ausfiel. Die hochkarätige Jury, besetzt mit Bürgermeister Karl Schleid, Pfarrer Michael Witti und Gemeindeassistent Nikolaus Pfeiffer hatten noch über die schönste Seifenkiste zu entscheiden. Sie drei haben es sich nicht leicht gemacht und nahmen vor allem den Sicherheitsaspekt, die robuste Verarbeitung, Komfort und das Design unter die Lupe. Auch scheuten sie sich nicht, in den Fahrzeugen Probe zu sitzen. Auch versuchte sich Schleid als Kühlerfigur. Doch gegenüber der die feingliedrige Emily eines Rolls Royce mussten hier deutliche Abstriche gemacht werden. Letztendlich fiel die Wahl auf den Eigenbau von Manuel Heitzmannsberger, der seinen Seifenkistentraum mit Hilfe von Papa Thomas gekonnte umgesetzt hat. Er wurde mit einer goldenen Guatlkette und einem Eisgutschein geehrt. Während sich die Fahrer um jeden Sieg anstrengten, ging es bei den Fans an der Fahrtstrecke gemütlicher zu. Bei Getränken, Kuchen und Grillfleisch ließ sich so manche Laola Welle sehen, auch wenn der Grill wegen Nachschubmangels vorzeitig geschlossen werden musste.

DSC_6116(Text/Bilder: Limmer)

 

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