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„Schätze, im Acker des Lebens verborgen“

Predigt zum 17. Sonntag im Jahreskreis 2014 – Lesejahr A (M. Witti)

Ein "Lebens-Schatz" (Foto: Mediothek Bistum Passau)
Ein „Lebens-Schatz“ (Foto: Mediothek Bistum Passau)

Meine Lieben,

„Was willst du aus deinem Leben machen?“ – Wenn mir heute jemand diese Frage stellt, dann darf er keine wirklich spektakuläre Antwort erwarten. Ich habe wahrlich keine Karrierepläne, die mich weiß Gott wohin führen würden. Es sind eher die vielen größeren und kleineren Erfordernisse und Probleme hier in den vier Pfarreien, die ich nach und nach, verantwortlich und mit Augenmaß, angehen will. Im Privaten ist der Blick nach vorne noch unspektakulärer. Außer ein paar erholsamen Tagen jetzt im August, die ich im schönen Land Tirol verbringen will, gibt es da gar keine großen Pläne.

„Was willst du aus deinem Leben machen?“ – Wie würden Sie hier auf diese Frage antworten?

Am spannendsten ist es hier wohl, wenn man jungen Leuten diese Frage stellt. Bei unseren Firmlingen etwa, die derzeit die 8. Klasse besuchen, ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Zukunft noch wesentlich lebhafter und vielfältiger, als bei mir.

Viele setzen sich hier schon mehr oder weniger intensiv mit ihrer Zukunft auseinander. Manche haben schon ganz konkrete Vorstellungen, was sie denn einmal werden wollen. Andere orientieren sich noch bei Praktika in verschiedenen Betrieben. Wieder andere wissen noch gar nicht so recht, wo die Lebensreise einmal hingehen soll.

„Was will ich aus meinem Leben machen?“ – Gerade im Zusammensein mit den jungen Leuten – etwa beim Einkehrtag der Firmlinge – wird rasch spürbar, dass es dabei ja nicht nur um Beruf und Karriere geht. Die Jugendlichen haben ein gutes Gespür dafür, dass die Qualität des Lebens sich an ganz anderen Dingen entscheidet.

Begriffe, wie „Freundschaft“, „Zusammenhalt“ oder auch „Heimat“ haben heute bei vielen dieser Jugendlichen einen enorm hohen Stellenwert. Interessant ist es, wenn man dann mit Ihnen dabei dann auch über christliche Grundwerte und –einstellungen ins Gespräch kommt: Gemeinschaft, Mut zum Bekenntnis, Nächstenliebe werden dann plötzlich sehr anschaulich und lebendig diskutiert. Ich bin immer wieder erstaunt und lerne auch selber dabei meinen Glauben mitten im Leben immer wieder in einer neuen Facette kennen.

 

Meine Lieben,

egal, wie alt ich bin, egal, was ich noch für meine Zukunft plane, oder auch nicht, GOTT ist einer, der immer wieder manche Überraschung für mich im Leben bereithält.

Ich bin ganz fest davon überzeugt, dass er jeder und jedem von uns hier mindesten einen großen Schatz im Leben zugedacht hat, vielleicht sogar mehrere; einen richtigen Schatz, so wie Jesus im Evangelium erzählt hat.

Da gibt es vielleicht einen wunderbaren Menschen, ein geliebtes DU, zu dem man dann irgendwann einmal aus ganzem Herzen sagen kann: „Du bist mein Schatz!“

Aber – so wie es Jesus im Gleichnis erzählt – ist da vielleicht im „Acker meines Lebens“ noch ganz anderes verborgen. Vielleicht gibt es auch in meinem Leben manches, das auf den ersten Blick gar nicht zu erkennen ist, das tiefer liegt, das erst von mir entdeckt werden muss.

Ich glaube es fest: Im Lebens-Acker eines jeden Menschen ist ein großer Schatz verborgen. Mancher findet ihn nicht immer gleich. Andere haben gar nicht damit angefangen, diesen Schatz im Leben zu suchen, weil sie nicht glauben wollen, dass auch in ihrem Lebens-Acker so ein Schatz steckt.

Es ist der Schatz des Glaubens, der Schatz, der mir das sichere Gefühl gibt, dass ich nicht allein bin auf meinem Lebensweg. Dass einer bei mir ist, nicht nur in den schönen Zeiten, sondern auch noch dann, wenn es schwierig wird, wenn andere sich vielleicht längst von mir abgewandt haben.

Ich wünsche es Dir und mir, dass wir den Mut haben, an diesen Schatz zu glauben und immer wieder danach zu suchen. Dann werden wir ihn auch immer wieder finden, vielleicht sogar an Stellen im eigenen Leben, an denen wir ihn nie vermutet hätten.

Ein Mensch, der sich immer wieder auf die Suche nach diesem großen Schatz macht, kann dann auch immer wieder im Laufe seines Leben erfahren, was uns Paulus in der Zweiten Lesung aus dem Römerbrief versprochen hat:

„Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt…“

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