Home | Pfarrverband Feichten | Firmlinge informieren sich bei Drogenprävention

Firmlinge informieren sich bei Drogenprävention

Im Rahmen der Firmvorbereitung nahmen 30 der Firmlinge an einem Vortrag über Alkohol, Drogen und Sucht teil. In vielen Fragen gab Hermann Soiderer, Jugend- und Drogenbeauftragter der Polizei Trostberg, vorbeugend Auskunft. Es wurde nicht nur das Thema Jugendschutz, das bei vielen als „Jugendspaßverderbgesetz“ angesehen wird, angesprochen, sondern vor allem die Auswirkungen des Konsums von Alkoholika und Drogen. Längst sei die Beschaffungskriminalität nicht mehr in den Großstädten der USA zu suchen, sondern auch direkt vor Ort und nannte dabei den momentan hoch registrierten Radl-, Handy-, Geld- und Sportklamottendiebstahl. Soiderer berichtete eindrücklich und anschaulich von so mancher Begebenheit der „Pappenheimer“ aus seinem Dienstgebiet.

Er zeigte den Jugendlichen auf, mit welchen Maßnahmen der Polizei sie bei Konsum von Alkohol, Zigaretten oder Drogen jeglicher Form rechnen müssen. Hier reicht die Bandbreite von der Mitteilung zum Jugendamt oder der Führerscheinstelle bis hin zur Anzeige, Durchsuchung von Taschen und Wohnung, Sicherstellung von Handys und Laptops – auch der der Eltern, Festnahme, sowie einer „kostenlosen Fahrt im blau-silbernen Partybus“, auch schon für Jugendlichen unter 14 Jahre. Erschreckend ist es für Soiderer, dass Täter sowie Konsumenten immer jünger werden. „Zehn- bis Zwölfjährige lassen schon bei uns arbeiten“, so Soiderer. „Erwischen wir Jugendliche, werden oft aus coolen Checkern oft fromme Lämmer.“, weiß Soiderer.

Für den Bereich Trostberg zieht er ein trauriges Fazit. Die Drogenkriminalität nehme seit den letzten zwei Jahren und vor allem in den letzten Wochen enorm zu. Mindestens sechs Intensivtäter unter 14 Jahren seien allein in Trostberg registriert. Die Drogenszene in Trostberg floriere – auch auf den Schulhöfen – doch sei man bemüht, dies wirksam zu bekämpfen, verspricht Soiderer. „Vordergründig ist das nicht zu sehen.“ informiert er.

Für ihn als Polizist sei es immer wieder schwer, Eltern die traurige Wahrheit vom Konsum von Alkohol und Drogen, bis hin zur Todesnachricht nach Alkoholfahrten zu überbringen. „Das ist auch für uns Polizisten nicht leicht. Oft kennen wir die Personen oder deren Familien.“ Auch bei Anzeigen und Delikten gebe es so manches schwere Gespräch mit den Eltern. Anhand eines Beispiels aus seinem Bekanntenkreises zeigte er auf wohin Sucht und Konsum führe: Kriminalität, soziale Isolierung, erfolglose Therapien, Krankheiten bis hin zum Tod.
„Ein Moralapostel mit erhobenen Finger möchte ich nicht sein, doch ihr erkennt die Gefahren in eurem Alter nicht. Bei Drogen gibt es kein Probieren, das macht sofort süchtig. “ richtete sich Soiderer eindringlich an die Jugendlichen.

(Text/Bilder: Limmer)

Lesen Sie auch

Maria ökumenisch feiern

Ein ganz besonderer Akzent wurde im 500. Jahr der Reformation in der Feichtener Pfarr- und …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.