Kindergarten verabschiedet Ludwig Hartl

„Die Kinder sind mir ein Anliegen. Sie sind für mich nicht nur eine Ziffer oder ein Aktenzeichen. Darum habe ich die Arbeit im Kindergarten gerne gemacht.“ so Ludwig Hartl, der nach 28 Jahren ehrenamtlicher Verwaltungstätigkeit im Kindergarten St. Rupert in Eglsee in den wohlverdienten Ruhestand geht.

Viele Jahre hat er sich nicht nur um den Kindergarten, sondern auch in der Pfarrgemeinde und der Kirchenverwaltung bemüht. Im Jahre 2008 hat er dafür die Stefanusplakette des Bistums Passaus, die höchsten Auszeichnung des Passauer Bischofs für Verdienste um die Kirche und Pfarrgemeinde, erhalten. Mit Liedern und Geschenken wurde der 68jährige von Kindern, Personal und Elternbeirat in einer kleinen Feierstunde verabschiedet.  1988, als das Pfarrbüro unter Pfarrer Helmut Kleiner in Heiligkreuz aufgelöst und nach Feichten verlegt wurde, hat er die Abwicklung der Kindergartenverwaltung übernommen. Ehrenamtlich und bis heute ohne Bezahlung. Seine Aufgabe war es die Abrechung der Personalkosten und Kostenrechnungen zu erstellen, Meldungen aller Art an die Finanzverwaltung Passau zu übermitteln, Statistiken, den Haushaltsplan und Kinderbedarfsplan zu erstellen, Bewerbungen und Einstellungen in enger Absprache mit dem verantwortlichen Pfarrer und dem Bistum zu koordinieren und den finanziellen Unterhalt des Gebäudes zu sichern. Fragt man ihn wie viel Zeit er dafür aufgewendet und investiert habe, zögert er und überlegt. „Etwa 5 Stunden in der Woche und dies 28 Jahre lang.“ antwortet er und die Zahl dürfte sehr bescheiden gewählt sein. In seiner Rechnung kommt man auf die stolze Zahl von 36400 Stunden. Schon bei der letzten Kindergartenrenovierung 2010/11 war er über Monate hinweg täglich im Kindergarten zu finden, so dass sich die Zahl der Stunden nach oben korrigieren lässt.

 

„Schauts mal, der Herr Hartl ist wieder da“, so haben sich die Kinder immer gefreut, berichtet Kindergartenleitung Astrid Jäger. Froh ist Astrid Jäger, den engagierten Heiligkreuzer an ihrer Seite zu haben, auch wenn es hin und wieder Diskussionen gab, die aber immer mit einem gut tragbaren Konsens endeten. Die komplizierte Verwaltung war in seinen Händen immer gut aufgehoben und das Personal, derzeit 10 Mitarbeiter konnten sich auf die wesentlichen Arbeit mit den Kindern konzertrieren, lobt sie.

Doch es waren nicht immer leichte Zeiten für den Kindergarten. Hohe Klippen und große Eisberge galt es zu überwinden und zu umschiffen. Besonders als die Existenz des Eglseer Kindergartens auf der sprichwörtlichen Kippe stand, war der gelernte Verwaltungsbeamte Hartl gefragt. Nicht nur die Kinderzahlen waren im Keller, auch das Gebäude war in einem schlechten technischen Zustand. Durch seine Geschicke konnte er einen Umbau herbeiführen, den Kindergarten mit einer Krippe ergänzen und die Finanzierung von 570 000 Euro gemeinsam mit der Stadt Trostberg und der Kirchenstiftung abstimmen. Es wurde das Dach erneuert, die Sanitäranlage der Krippengruppe angepasst, eine neue Heizungsanlage eingebaut , sowie kleinere Schönheitsreparaturen getätigt.

Dadurch hat der Kindergarten wieder eine echte Zukunft erhalten. Durch viele Änderungen und Neuerungen in Finanzierung und Kindergartengesetz hat sich Hartl arbeiten müssen, keine leichte Aufgabe weiß Hartl. Eine weitere Herausforderung sei vor wenigen Jahren die Umstellung der Gebühren vom Kindergartenjahr auf das normale Geschäftsjahr mit einer ordentlichen Zwischenfinanzierung gewesen, berichtet Hartl. Doch das habe sich ebenso gelohnt. Heute ist die Krippengruppe ausgebucht, ebenso die beiden Regelgruppen. Für alle drei Gruppen gebe es Wartelisten. Der Kindergartenträger sei mit den Orientierungszahlen herausgefordert, denn inzwischen ist eine Aufwärtstrend der Kinderzahlen zu verzeichnen, weiß Hartl.  Auch in Sachen technische Aufwertung des Kindergartens stehen im kommenden Jahr noch viele Arbeiten an. Derzeit plane man die Erneuerung der Heizungen in zwei Gruppenräumen und die Sanierung und dessen Sanitärräume. Diese Aufgabe haben nun im Bereich Gebäudetechnik und -unterhalt Kirchenpfleger Franz Thaler mit dem Team der Kirchenverwaltung und Elke Obermaier übernommen, die sich bereit erklärt hat den Bereich allgemeine Buchhaltung als Teilzeitkraft zu übernehmen.

(Text/Bilder: Limmer)

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