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ZEUGE SEIN! – ABER WIE? – Predigt 3. Sonntag der Osterzeit

Meine Lieben,
„Ihr seid Zeugen dafür“ – dieses Wort Jesu am Ende des heutigen Evangeliums hat es in sich. Es galt ja wohl nicht nur damals für die Jünger, die gerade die alles verändernde Erfahrung der Auferstehung gemacht haben. Es gilt auch heute noch, für Dich und für mich.
„Ihr seid Zeugen dafür“ – Bin ich das wirklich? Ein Zeuge ist jemand, der etwas öffentlich macht, der etwas anschaulich herzeigt und aufzeigt. Bin ich das wirklich?
Wenn ich Zeuge Jesu sein will, dann ist der Gottesdienst hier und heute allein noch kein christliches Zeugnis. Denn hier sind wir ja hinter unseren eigenen festen Mauern, weg von den vielen Menschen, vor denen wir Zeuginnen und Zeugen sein sollen. Der Gottesdienst hier ist bestenfalls ein Anfang, ein immer wiederkehrender Impuls, eine Anregung, wie ich jeden Tag neu Zeuge sein kann.
„Ihr seid Zeugen dafür“ – was das bedeutet könnte, durfte ich Am letzten Schultag vor den Osterferien wieder einmal spüren. Über 50 junge Leute aus unseren vier Pfarreien waren da in den Walder Pfarrsaal gekommen. Sie wollen sich heuer firmen lassen. Im Alter von etwa 14/15 Jahren wollen sie sich dafür entscheiden, in unseren Pfarrgemeinden Teil der weltweiten katholischen Kirche zu sein.
Da gehört es auch dazu, die Vielfalt dessen kennenzulernen, was „Christsein“ mitten im Leben bedeutet. Engagierte Leute aus unseren vier Pfarreien haben gemeinsam viele tolle Projekte vorbereitet, in denen verschiedenste Aspekte des Christseins lebendig spürbar werden. Unsere Firmlinge – aber auch ich selber, gemeinsam mit all denen, die sie begleiten – können hier spüren, was Jesus heute meinen könnte, wenn er sagt: „Ihr seid Zeugen dafür.“
Die Firmlinge können freiwillig zwischen verschiedenen Projekten wählen. Da gehört dann etwa auch die Drogenberatung dazu. In unserer Kirche engagiert sich hier über die Caritas der sogenannte „Kreuzbund“ für Suchtkranke und ihre Angehörigen. Die jüngste Gruppe, die ich hier vor Jahren kennengelernt habe, war etwa in Alter unserer Firmlinge; junge Menschen, eher noch Kinder, die fast schon alle an der Nadel hingen. Engagierte Christen haben ihnen in der Gruppe Halt und eine Chance für die Zukunft gegeben.
Auch die Lebenswirklichkeit von Flüchtlingen können die Firmlinge kennenlernen beim „Café International“ der Kolpingsfamilien. Es ist eine Sache Medienberichte oder Stammtischparolen zu hören, aber es ist eine ganz andere Sache, diesen Menschen in die Augen zu schauen, ihnen zuzuhören, Zeit mit ihnen zu verbringen.
Ähnlich ist es bei der Konfrontation mit konkreter Armut in unserem Land. Beim Besuch der „Trostberger Tafel“ wird greifbar, wie sie Menschen mitten unter uns betrifft. Augen sollen geöffnet werden für die „Schwestern und Brüder in Not“.
Das gleiche gilt für die bewusste Begegnung mit behinderten Menschen, oder für den Besuch im Altenheim, oder die Mitarbeit bei einer Tafel für Bedürftige. Nur wenn ich mich auf diese Lebenswirklichkeiten einlasse, kann ich vieles verstehen und mit neuen Augen sehen.
Genauso gibt es aber auch viele geistliche Projekte auf diesem Weg: die liturgische Nacht des Jugendbüros vor Pfingsten, die Wallfahrt unseres Pfarrverbandes nach Altötting, die gemeinsame Vorbereitung des Firmgottesdienstes und vieles mehr. Hier soll spürbar werden, woher wir immer wieder die Kraft bekommen können, die uns hilft, im Leben Zeuginnen und Zeugen Jesu zu sein.

Meine Lieben,
mir selber hat diese erste Begegnung mit den Firmlingen wieder sehr viel gegeben. Vor allem aber hat dieser Nachmittag mir gezeigt, wie sehr Jesus – mitten im Leben – auch Dich und mich rufen und in die Pflicht nehmen will. Wenn ich wirklich als Christ leben will, dann gilt auch mir jeden Tag neu Jesu großer Auftrag:

„IHR seid Zeugen dafür!“

Amen.

(Text/Bild: Witti)

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