Home | Pfarrverband Feichten | „Welche Momente haben Dein Leben geprägt?“ – Predigt 2. Fastensonntag 2019

„Welche Momente haben Dein Leben geprägt?“ – Predigt 2. Fastensonntag 2019

Meine Lieben,
es gibt Momente im Leben, die man nie mehr vergisst, Momente, die sich tief ins Gedächtnis einprägen, ja, die ein ganzes weiteres Leben prägen können.
Manchmal sind es schwere Momente, die sich so tief in uns einprägen: ein Unglücksfall, eine schwere Diagnose, der Tod eines lieben Menschen.
Ich selber denke in diesen Tagen oft an das, was ich vor zwei Jahren erfahren musste. Unsere Mutter lag nach einer Hirnblutung in Passauer Klinikum. So oft es ging, bin ich die eineinhalb Stunden zu ihr gefahren. Wir waren alle zwischen Hoffen und Bangen. Momente, die man nicht mehr vergisst. Am kommenden Freitag ist ihr zweiter Sterbetag.
Aber es gibt diese tiefe Erfahrung, die ein ganzes Leben prägen kann, auch im Positiven. Oft und oft darf ich das erleben, wenn gerade auch heuer wieder viele junge Paare zu mir kommen und heiraten wollen. Sie erzählen mit strahlenden Augen, wie sie sich kennengelernt haben.
Ähnlich erlebe ich es bei den vielen Eltern, die derzeit oft mit ihren Babys ins Pfarrbüro kommen, um ihr Kind zur Taufe anzumelden. Auch wenn man ihnen manchmal den akuten Schlafmangel ansieht, ist die Freude dennoch grenzenlos. Und diese Erfahrung wird sie ihr Leben lang begleiten.
Für mich war so ein tiefer und prägender Moment am 1. Juli 2000. Es war der Tag meiner Priesterweihe. Der eigentliche Weiheakt wurde mit dem Friedensgruß des Bischofs abgeschlossen. Bischof Franz Eder hat mich mit weit ausgebreiteten Armen herzlich an sich gedrückt und leise gesagt: „Es ist schön, dass du da bist!“
Oft ist mir in den Jahren, gerade auch wenn es manchmal schwer geworden ist, dieses Wort, diese Umarmung, wieder in den Sinn gekommen. Es war eine ehrliche Geste, die mir auch heute noch Kraft gibt, die mich auch heute noch tief berührt.

Von so einer tiefen, lebensprägenden Erfahrung erzählt auch das heutige Evangelium. Mit seinen engsten Freunden, Petrus, Jakobus und Johannes, stieg Jesus auf den Berg. Was dort oben, am Gipfel, geschehen ist, überliefern die drei in geheimnisvollen Bildern: Jesus erschien ihnen in einem ganz neuen Licht. Die alten Gestalten des Glaubens kamen ihnen mitten im Leben nahe. Eine geheimnisvolle Stimme sprach aus der Wolke.
Petrus wollte diesen unglaublichen Moment festhalten: „Wir wollen drei Hütten bauen…“
Aber solche Momente lassen sich nicht festhalten. Aber sie wirken weiter, wenn sie wirklich das Herz eines Menschen berührt haben.
Petrus, Jakobus und Johannes stiegen mit Jesus wieder hinab vom Berg. Aber sie trugen jenes Erlebnis tief in sich. Es gab ihnen immer wieder die Kraft, die sie für ihren weiteren Weg gebraucht haben.

Meine Lieben,
ich wünsche es Euch, dass ihr in Eurem Leben sensibel und offen sein könnt, für solche kostbare Momente. Ich wünsche es Euch, dass ihr sie im Herzen tragen könnt.
Ich wünsche Euch, dass ihr schwere Erfahrungen gut in Euer Leben integrieren könnt Dass sie Euch vielleicht sogar auf ganz eigene Weise zeigen können, wie einmalig und kostbar alles Leben ist.
Vor allem aber wünsche ich auch solche Gipfel-Momente im Leben Ich wünsche Euch Erlebnisse, die noch lange freudig und kraftvoll in Euer Leben ausstrahlen; Momente, in denn Ihr spürt, wie Gott selber liebevoll zu Euch sagt:

„Es ist gut, dass du hier bist! Es ist schön, dass es dich gibt!“

Amen.

(Text/Bild: Witti)

Lesen Sie auch

„Werkstattabend“ aller Pfarrgemeinderäte und Kirchenverwaltungen

„Unser Bistum: Glaube lebt. Gemeinsam Kirche sein.“ mit diesem Leitwort beschreibt die Diözese Passau den …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.